Schieflage auf dem Dach: U18-Azubis fallen ins Lohn-Loch

IG BAU Land Bremen und Umzu will für Dachdecker-Azubis mehr
rausholen

Der Führerschein geht flöten: Junge Dachdecker im Land Bremen verlieren im ersten Lehrjahr ihren Führerschein – rein finanziell jedenfalls. Denn wer seine Lehre als Dachdecker vor dem 18. Geburtstag beginnt, erhält deutlich weniger Geld als sein volljähriger Azubi-Kollege. „Im ersten Lehrjahr bekommt der Jung-Azubi monatlich 393 Euro – rund 150 Euro weniger als der volljährige Mit-Azubi“, sagt Inge Bogatzki, Bezirksverbandsvorsitzende der IG BAU Land Bremen und Umzu. Unterm Strich seien dies 1.800 Euro im ersten Ausbildungsjahr – genau die Kosten für den Pkw-Führerschein.

Für die IG BAU in Bremen ist das eine „krasse Ungerechtigkeit“. Die Gewerkschaft kündigte deshalb an, den „Jugend-Rabatt für Arbeitgeber“ zum Thema bei den kommenden Tarifverhandlungen für Dachdecker zu machen. „Für die Jugendlichen geht es um viel – um Geld, das sie für den Führerschein gut gebrauchen können. Immerhin machen sie einen Job, in dem sie mobil sein müssen“, sagt Bogatzki. Deshalb müsse die Ausbildungsvergütung der Jung-Azubis angeglichen werden.

Zudem fordert die IG BAU für alle Dachdecker im Land Bremen deutlich höhere Löhne. Ein Plus von 6,8 Prozent – mit dieser Forderung werde man in die Tarifverhandlungen gehen, die am 15. Mai beginnen. „Die Dachdecker haben sich in den vergangenen Jahren deutlich zurückgehalten“, erklärt Inge Bogatzki. Dass die Unternehmen die lange Durststrecke der Branche überwunden hätten, verdankten sie zum großen Teil ihren Beschäftigten. „Jetzt ist es an der Zeit, die Dachdecker an den vollen Auftragsbüchern und steigenden Umsätzen der Betriebe zu beteiligen“, fordert Bogatzki.

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Gero Lüers
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