Mindestlohn

IG BAU kritisiert „Gelegenheits-Visiten“ in der Weser-Ems-Region

Bremer Zoll kontrollierte 24 Prozent weniger Baustellen

Weniger Zoll-Kontrollen: Bauunternehmer aus der Region zwischen Ems, Weser und Elbe müssen immer seltener damit rechnen, Besuch vom Zoll zu bekommen. Im gesamten Bereich des Hauptzollamts Bremen prüften die Beamten im vergangenen Jahr lediglich 237 Baubetriebe. Das sind 24 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Verglichen mit den Kontrollen, die es noch 2014 gab, ist dies sogar ein Rückgang von 50 Prozent. Dies gilt auch für die Hauptzollämter Oldenburg und Osnabrück: Hier waren es mit 360 und 374 Überprüfungen im Vergleich zu 2014 gut 40 Prozent weniger Untersuchungen. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt.

Die IG BAU-Region Weser-Ems spricht von „Kontrollen auf Lücke“. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) sei lediglich zu „Gelegenheits-Visiten auf dem Bau“ in der Lage. In den Städten und Kreisen, in denen die FKS der Hauptzollämter Bremen, Osnabrück und Oldenburg kontrollieren, gebe es immerhin mehr als 4.400 Bauunternehmen, so die Gewerkschaft. „Da kann sich jeder Bau-Boss ausrechnen, dass der Zoll ihm nur alle paar Jahre mal auf die Finger guckt“, kritisiert Regionalleiter Wolfgang Jägers. Zwar berufe sich die FKS auf einen Schwerpunkt „qualitativer Kontrollen“. Es müsse jedoch genauso auch eine ausreichende Quantität geben, so Gewerkschafter Jägers.