Aufmacher, Tarifrunde

Kein „Turbo-Putzen“: IG BAU will Leistungsdruck reduzieren

80 Cent mehr für die rund 37.170 Gebäudereiniger gefordert

Saugen, fegen, wischen: Die rund 37.170 Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer in der Weser-Ems-Region sollen mehr verdienen. Das fordert die IG BAU Weser-Ems. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft will ein „sauberes Lohn-Plus“ von 6,4 Prozent durchsetzen – für die Innenreinigung sogar 80 Cent mehr pro Stunde. Damit würde der Tarif-Mindestlohn der Branche auf einen Stundenlohn von 10,35 Euro steigen. Mit dieser Forderung will die IG BAU in die bevorstehende Tarifrunde gehen. Davon würden neben den rund 15.320 regulär beschäftigten Gebäudereinigern auch rund 21.850 Mini-Jobber in der Weser-Ems-Region profitieren.

„Der Lohn würde für das Reinigen von Büros und Schulen genauso gelten wie für das Saubermachen in Fabrikgebäuden“, sagt Wolfgang Jägers. Der Regionalleiter der IG BAU Weser-Ems will darüber hinaus „vernünftige Spielregeln gegen den enorm wachsenden Leistungsdruck“ in der Gebäudereinigung. „Im Moment beherrscht ein Prinzip die Branche: Immer mehr Fläche putzen – ohne mehr Zeit, ohne mehr Geld. Das ist ‚Turbo-Putzen‘ pur“, so Jägers. Reinigungskräfte würden häufig Überstunden zum Null-Tarif leisten, um die ihnen zugeteilten Büroräume, Klassenzimmer oder Altenheime überhaupt zu schaffen. Lohnerhöhungen seien so „durch umsonst geleistete Mehrarbeit verpufft“. Damit müsse jetzt Schluss sein. Die IG BAU will den Leistungsdruck am Tariftisch regeln.