Pressemitteilung, Rückblick

Flexible Übergänge für Beschäftigte im Handwerk

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Von den rund 2.840 Bauarbeitern im Landkreis Aurich sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal 33 Beschäftigte zwischen 63 und 65 Jahre alt. Ähnlich sieht es bei den über 60-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe zählt die Baubranche nur 121 Beschäftigte, wie die IG Bauen-Agrar- Umwelt mitteilt.

Für die IG BAU Nordwest-Niedersachsen sprechen die Zahlen eine klare Sprache: „Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum Rentenalter durch. Für sie gibt es heute nur ein Hop oder Top – entweder volles Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job. Das kann es aber nicht sein“, kritisiert Bezirkschef Hans-Otto Rohde. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible Übergänge in die Rente geben – ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.

Die derzeit von der Bundesregierung geplante „Flexi-Rente“ sei dabei keine Lösung. „Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden. Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts“, sagt Rohde. Ab 55 oder 60 Jahren im alten Job voll weiterzuarbeiten, sei für die meisten von ihnen die „reinste Utopie“.