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IG BAU kritisiert fehlende Kontrollen in der Weser-Ems-Region

Bremer Zoll deckte 58 Mal schmutzige Praktiken in der Reinigungsbranche auf

Unsaubere Praktiken im Fokus: Der Zoll soll die heimische Reinigungsbranche stärker in den Blick nehmen. Das fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Nach Angaben der Gebäudereiniger-Gewerkschaft überprüfte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Bremen im vergangenen Jahr 21 Reinigungsfirmen – das sind 36 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das Gewerbe machte 2016 damit lediglich 3,1 Prozent aller Arbeitgeber-Kontrollen im Bereich des Bremer Zolls aus. Beim Oldenburger Zoll waren es mit 22 Betrieben lediglich 2,3 Prozent aller Arbeitgeber-Kontrollen. Im Bereich des Osnabrücker Zollamts waren es 25 überprüfte Reinigungsfirmen, das entspricht 2,6 Prozent.

„Das ist eindeutig zu wenig“, kritisiert Wolfgang Jägers. Nach Einschätzung des Regionalleiters der IG BAU Weser-Ems liegt nicht nur im Baugewerbe, sondern auch in der Reinigung noch immer „vieles im Argen“: Lohn-Prellerei, Steuerhinterziehung oder nicht gezahlte Sozialabgaben seien in der Region alles andere als eine Seltenheit, so die IG BAU. Das bestätige die aktuelle Bilanz der Hauptzollämter in Bremen und Niedersachsen. Demnach leitete die FKS Bremen im letzten Jahr 58 Ermittlungsverfahren in der Gebäudereinigung ein, in Oldenburg waren es 24, in Osnabrück 15 eingeleitete Verfahren. Jägers: „Bei insgesamt nur 68 von den drei Zollämtern geprüften Betrieben in der Weser-Ems-Region ist das eine ziemlich hohe Quote.“